Kooperative

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Teegärten

Ein neuer Teegarten entsteht aus eigener Initiative der Bauern im Jiri-Tal

2002 – vom Bürgerkrieg zum Teebau

Am Höhepunkt des Bürgerkrieges zwischen Maoisten und Regierungstruppen in Nepal wurde Parsuram Khadka von seiner Arbeit als Schulleiter und Englischlehrer der Jiri Higher Secondary School pensioniert. Zu dieser Zeit haben viele Bauern ihre Farmen verlassen um dem bewaffneten Konflikt zu enfliehen.

Parsuram in seinem Tee-Feld

Parsuram in seinem Tee-Feld

Für Parsuram war die Flucht in die Stadt kein Thema. Im Alter von 50 Jahren fand er seine neue Aufgabe: Er wurde Teebauer. Diese Arbeit beschäftigt ihn seitdem täglich. Er gründete die Jiri Tea Development Cooperative Society, deren Vorsitzender er heute noch ist. Mit einigen im Jiri-Tal verbliebenen, gleichgesinnten Bauern packte er die Herausforderung an. Sie begannen, ihre Zeit und das Ersparte in den Teeanbau zu investieren.

2007 – die Lehrjahre

Während 5 Jahren studierte Parsuram alles, was er über Tee geschrieben fand. Er reiste in die Teeanbaugebiete in Darjeeling und machte Anpflanzversuche mit verschiedenen Teebuschsorten. Die Gärten der Teebauern von Jiri liegen zwischen 2‘000 und 2‘300 Meter über Meer, die extreme Höhe war die grösste Herausforderung bei der Auswahl der Setzlinge . Im Winter ist der Frost so stark, dass zu Beginn die Hälfte der Setzlinge erfroren. Nach diesen 5 Lehrjahren war die winterfeste Teesorte gefunden und die ersten Kilo “Hill Ortodox Tea” konnten gepflückt und verarbeitet werden.

Das Teebauprojekt nahm Fahrt auf. Parsuams Ziel war es, Bauern zurück ins Jiri-Tal zu bringen, um das brachliegende Land neu zu bewirtschaften und mit dem Tee eine zusätzliche Einnahmequelle zu generieren. Die Kooperative vermittelte den Bauern das dringend benötigte Wissen um die Teegärten anlegen zu können und gab ihnen auch die Sicherheit, im Miteinander eine neue Existenz aufbauen zu können.

Die grosse Herausforderung bestand darin, den Bauern den langfristigen Gewinn des Anlegens eines Teegartens zu vermitteln. Viele benötigten dringend Lebensmittel, die sie sofort verarbeiten und essen können. Bis von einem Teebuschsetzling die ersten Blätter geerntet werden können, vergehen ca. 7 Jahre – eine lange Zeit!

2013 – ernten was man sät

Parsurams beispielhaftes Vorausgehen mit seinem eigenen Teegarten hat bis heute gut 60 Bauern überzeugt, dass sich der zusätzliche Aufwand lohnt und sich langfristiges Denken auszahlt. Parsuram vermittelt das nötige Wissen, um die Setzlinge zu pflanzen und zu pflegen. Er zeigt den Bauern, wie man die ersten Blätter pflückt und zu einem geschmackvollen leichten Schwarztee verarbeitet. Der erste Tee wurde an Verwandte und Freunde verschenkt, dann haben Mitglieder der Kooperative Ausstellungen und Märkte besucht, und da den Tee verkauft. Seit 2013 wird Jiri Tee auch in die Schweiz exportiert.